Muskelzerrung

Wenn ein Muskel über sein natürliches Mass gedehnt oder über die normale Belastung hinaus beansprucht wird, kann es zu einer Muskelzerrung oder einem Muskelfaserriss kommen. Dabei entstehen in den Muskelfasern Mikrorisse. Eine Muskelzerrung entwickelt sich meist während einer Belastung und macht sich durch leichtes muskuläres Ziehen, welches langsam stärker wird, bemerkbar und endet allenfalls in einem krampfartigen Zustand. Während ein Muskelkrampf punktuell lokalisiert werden kann, tritt eine Muskelzerrung in der Regel grossflächiger auf.

Muskelverletzungen entstehen unter intensiven Belastungen, starken Überdehnungen und fehlendem Aufwärmen vor dem Sport. Vernachlässigte Regeneration und ein Ungleichgewicht der Muskulatur begünstigen solche Verletzungen.

Eine Muskelzerrung erkennst du daran, dass du Dehnungs- oder Druckschmerzen verspürst. Der Muskel verhärtet sich, und es können krampfartige Muskelschmerzen auftreten. Beim einem Muskelfaserriss hingegen ist der Schmerz stechend, es kommt zu Einblutungen und die Bewegung ist stärker eingeschränkt.

Muskelzerrung – erste Massnahmen

Bei einer Muskelzerrung solltest du die Belastung sofort abbrechen, da sich die Verletzung sonst zu einem Muskelriss ausweiten könnte.

  • Muskelzerrung beim JoggenSofortige Kühlung ist wichtig.
  • Hierfür eignen sich spezielle Kühlbeutel, die immer im Gefrierfach bereitliegen, oder zerdrückte Eiswürfel in einen Plastiksack. Um die Haut vor Kälteverletzungen zu schützen, wickelst du den Eisbeutel oder den Plastiksack in ein Geschirrtuch oder steckst ihn in eine Socke. Eine Überkühlung kann zu Erfrierungen führen.
  • Du kannst das Eispack mit einem Verband für etwa 15 Minuten fixieren und nach einer kurzen Pause von einigen Minuten eine neue Kühlportion auflegen.
  • Sei auch bei Eissprays vorsichtig: Die Kühlung ist schwerer zu kontrollieren, und die Anwendung erfordert Erfahrung.
  • Lagere die betroffenen Extremitäten hoch.
  • Wenn die Beschwerden nach einer halben Stunde nicht nachlassen, könnte es sich um einen Muskelfaserriss handeln.
  • Nach einer Zerrung solltest du durchblutungsfördernde Massnahmen (wie ein warmes Bad, leichte Massagen und lockere Bewegungen) in Betracht ziehen, um den Heilungsprozess zu unterstützen.
  • Schone den betroffenen Muskel.
  • In der Regel ist nach etwa einer Woche ein geregeltes Training wieder möglich.

Laufpause bei Muskelverletzungen

Beim Muskelfaserriss kommt es zum Einreissen kleiner Muskelfasern oder im Extremfall zu einem Riss des gesamten Muskelstrangs. Da die Muskulatur stark durchblutet ist, entsteht im umliegenden Gewebe eine Blutung. Im Gegensatz zur Muskelzerrung tritt bei einem Muskelfaserriss ein stechender Schmerz auf, der eine erneute Belastung unmöglich macht.

Je schneller ein Muskelfaserriss behandelt wird, desto rascher verläuft der Heilungsprozess. Lege sofort einen kühlenden Druckverband an, um die Blutung ins Gewebe möglichst gering zu halten. Ein Muskelfaserriss sollte von einem Arzt kontrolliert und die Wiederaufnahme des Trainings mit ihm abgesprochen werden.

Achtung: Die Einnahme von Aspirin verringert die Blutgerinnung.

» PECH – Regel: Sofortmassnahmen bei Sportverletzungen

» Trainingssteigerung richtig gemacht

Das könnte dich auch interessieren:

» Schienbeinschmerzen

Seitencode: LT984, Muskelschmerzen

Die Kommentare sind geschlossen.