Welche Laufschuhe passen zu dir? Die Auswahl ist riesig: stark gedämpfte Trainingsschuhe, leichte Wettkampfschuhe, Modelle für Trailrunning oder Laufschuhe mit besonders wenig Sprengung. Doch nicht jeder Schuh eignet sich für jeden Läufer und jedes Training.
Ich laufe seit vielen Jahren mit unterschiedlichen Laufschuhen und habe dabei festgestellt: Nicht der teuerste oder technisch aufwendigste Schuh ist automatisch der beste. Entscheidend ist, dass du dich darin wohlfühlst und der Schuh zu deinen Füssen und deinem Einsatzbereich passt.
Auf dieser Seite findest du einen Überblick über die wichtigsten Themen rund um Laufschuhe – von der Auswahl und Passform über die richtige Schnürung bis zur Pflege und Lebensdauer. Zu jedem Thema gibt es weiterführende Ratgeber auf Lauftipps.ch.

Drei unterschiedliche Laufschuhmodelle für den täglichen Dauerlauf, schnelle Wettkämpfe und intensive Trainingseinheiten.
Inhaltsverzeichnis
Die richtigen Laufschuhe auswählen
Ein guter Laufschuh sollte vor allem bequem sein. Er muss deinem Fuss genügend Platz bieten, die Ferse sicher halten und sich beim Laufen angenehm anfühlen. Ob du dafür viel oder wenig Dämpfung, zusätzliche Stabilität oder einen besonders leichten Schuh benötigst, hängt von deinen persönlichen Voraussetzungen ab.
Beim Laufschuhkauf solltest du besonders auf folgende Punkte achten:
- Passform: Der Schuh darf weder drücken noch zu locker sitzen. Vor den Zehen sollte genügend Platz bleiben.
- Einsatzbereich: Läufst du hauptsächlich auf Asphalt, Waldwegen oder anspruchsvollen Trails?
- Dämpfung: Sie beeinflusst den Laufkomfort, ist aber nicht automatisch ein Mass für die Qualität des Schuhs.
- Stabilität: Manche Läufer bevorzugen eine stärkere Führung, andere fühlen sich in flexibleren Schuhen wohler.
- Sprengung: Der Höhenunterschied zwischen Ferse und Vorfuss verändert das Laufgefühl und kann die Belastung einzelner Strukturen beeinflussen.
Ein Laufschuh muss nicht möglichst viele technische Besonderheiten besitzen. Wichtig ist, dass du damit gut zurechtkommst. Auch ein hoher Preis garantiert weder besseren Komfort noch weniger Verletzungen.
Ausführlicher Ratgeber: Laufschuhe kaufen – worauf du bei Auswahl, Grösse und Passform achten solltest.
Welche Arten von Laufschuhen gibt es?
Laufschuhe unterscheiden sich nicht nur in der Farbe oder im Gewicht. Je nach Konstruktion sind sie für unterschiedliche Trainingsformen und Untergründe ausgelegt.
Trainingsschuhe für den Alltag
Für die meisten Hobbyläufer sind klassische Trainingsschuhe die erste Wahl. Sie eignen sich für lockere Dauerläufe, längere Trainingseinheiten und häufig auch für gelegentliche Wettkämpfe.
Je nach Modell bieten sie eine weichere oder festere Dämpfung, mehr oder weniger Stabilität und unterschiedliche Sprengungen. In welchem Laufschuh du dich am besten fühlst, lässt sich nicht allein anhand technischer Daten entscheiden.
Leichte Trainings- und Wettkampfschuhe
Für schnelle Trainingseinheiten und Wettkämpfe gibt es besonders leichte und dynamische Laufschuhe. Dabei lohnt es sich, zwischen Lightweight Trainern und modernen Wettkampfschuhen zu unterscheiden.
Lightweight Trainer sind leichte Trainingsschuhe, die häufig für Tempodauerläufe, Intervalle oder kürzere Wettkämpfe verwendet werden. Je nach Modell bieten sie ein direkteres Laufgefühl als klassische Trainingsschuhe. Sie müssen aber nicht besonders flach oder minimalistisch konstruiert sein.
Moderne Carbon-Wettkampfschuhe kombinieren häufig besonders reaktive Schaumstoffe mit einer versteifenden Platte, beispielsweise aus Carbon. Trotz ihres geringen Gewichts besitzen viele dieser Modelle eine hohe und stark gedämpfte Sohle. Sie können die Laufökonomie verbessern. Wie stark du davon profitierst, ist individuell unterschiedlich.
Ich habe immer ein Paar Lightweight Trainer zur Auswahl. Ab und zu schätze ich das leichtere, direktere Laufgefühl dieser Schuhe sehr.
Mehr dazu:
- Lightweight Trainer – leichte Laufschuhe für schnelle Einheiten
- Wettkampflaufschuhe – Schuhe für schnelle Läufe und Wettkämpfe
Natural-Running-Laufschuhe
Natural-Running-Schuhe setzen auf einen direkteren Bodenkontakt, eine geringere Sprengung oder eine flexiblere Konstruktion. Manche Modelle besitzen nur wenig Dämpfung, andere kombinieren eine geringe Sprengung mit einer durchaus hohen Sohle.
Den Umstieg auf minimalistische Schuhe solltest du langsam angehen. Vor allem deine Wadenmuskulatur, Achillessehne und Fusssohlen müssen sich an veränderte Belastungen gewöhnen.
Natural Running – sinnvolle Alternative oder überschätzter Trend?
Laufschuhe für Trailrunning
Wenn du regelmässig abseits befestigter Wege läufst, können spezielle Trailrunning-Schuhe sinnvoll sein. Sie besitzen meist eine griffigere Aussensohle und ein robusteres Obermaterial. Je nach Gelände unterscheiden sich die Anforderungen erheblich.
Auf einfachen Waldwegen reichen häufig normale Laufschuhe. Auf steinigen, steilen oder schlammigen Trails bieten passende Geländeschuhe dagegen Vorteile.
Vor allem in der Zwischensaison laufe ich gerne auch einmal quer über eine Wiese oder auf schmalen Waldwegen. Auf solchen Strecken schätze ich den besseren Halt meiner Trailrunning-Schuhe.
Laufschuhe für Trailrunning – Unterschiede und Auswahl
Dämpfung, Stabilität und Sprengung
Bei der Auswahl von Laufschuhen begegnen dir immer wieder Begriffe wie Dämpfung, Pronationsstütze, Stabilität und Sprengung. Nicht alle Eigenschaften sind für jeden Läufer gleich wichtig.
Wie viel Dämpfung ist sinnvoll?
Eine gute Dämpfung kann das Laufen angenehm machen, besonders auf langen Strecken oder hartem Untergrund. Mehr Dämpfung bedeutet aber nicht automatisch weniger Belastung für Gelenke und Muskeln.
Manche Läufer bevorzugen einen weichen, stark gedämpften Schuh. Andere möchten den Untergrund deutlicher spüren. Wichtig ist, dass sich der Schuh auch nach mehreren Kilometern angenehm anfühlt.
Was bedeutet Sprengung?
Die Sprengung bezeichnet den Höhenunterschied zwischen Ferse und Vorfuss eines Laufschuhs. Beträgt die Sohlenhöhe an der Ferse beispielsweise 36 mm und am Vorfuss 28 mm, hat der Schuh eine Sprengung von 8 mm.
Eine höhere Sprengung kann die Wadenmuskulatur und Achillessehne beim Laufen anders belasten als eine geringe Sprengung. Wer auf deutlich flachere Schuhe umsteigt, sollte die Umstellung schrittweise vornehmen.
Sprengung bei Laufschuhen – was bedeutet Drop und wie viel ist sinnvoll?
Passform und Schnürung: Damit der Laufschuh richtig sitzt
Selbst ein hochwertiger Laufschuh kann Probleme verursachen, wenn er nicht richtig passt oder ungünstig geschnürt ist. Eine gute Schnürung hält den Fuss sicher im Schuh, ohne unnötigen Druck auf den Fussrücken auszuüben.
Je nach Problem können unterschiedliche Schnürtechniken helfen:
- Eine lockere Schnürung im Vorfussbereich kann den Zehen mehr Bewegungsfreiheit geben.
- Eine Parallelschnürung kann Druck auf dem Fussrücken reduzieren.
- Eine Fersenhaltschnürung kann verhindern, dass die Ferse beim Laufen im Schuh rutscht.
Ich habe selbst erlebt, wie unangenehm eine zu feste Schnürung während eines längeren Wettkampfs werden kann. Deshalb lohnt es sich, die Schnürung schon im Training sorgfältig einzustellen.
Hier findest du die passenden Anleitungen:
- Laufschuhe richtig schnüren – verschiedene Schnürtechniken
- Fersenhaltschnürung – mit der Marathonschnürung mehr Halt bekommen
Muss man neue Laufschuhe einlaufen?
Moderne Laufschuhe sollten bereits beim Kauf gut passen. Trotzdem ist es sinnvoll, ein neues Paar zunächst bei kürzeren Trainingseinheiten auszuprobieren.
So merkst du rechtzeitig, ob die Schnürung stimmt, die Ferse sicher sitzt und der Schuh auch nach mehreren Kilometern bequem bleibt.
Besonders vor einem Wettkampf oder einem langen Dauerlauf solltest du neue Schuhe ausreichend testen. Ein Laufschuh, der im Geschäft bequem erscheint, kann dir eine Trainingseinheit richtig verderben.
Neue Laufschuhe einlaufen – worauf du achten solltest
Lebensdauer und Pflege von Laufschuhen
Auch gute Laufschuhe halten nicht unbegrenzt. Mit zunehmender Laufleistung verschleissen Aussensohle, Obermaterial und Dämpfung. Wie schnell das geschieht, hängt unter anderem vom Schuhmodell, Laufstil, Körpergewicht und Untergrund ab.

Ein neuer und ein bereits häufig getragener Laufschuh des gleichen Modells zeigen die äusserlich sichtbaren Unterschiede.
Wann solltest du Laufschuhe ersetzen?
Häufig werden 600 bis 1000 Laufkilometer als grober Richtwert genannt. Das ist jedoch keine feste Grenze. Manche Schuhe sind früher verschlissen, andere bleiben deutlich länger brauchbar.
Achte auf stark abgelaufene Sohlen, beschädigtes Obermaterial, Veränderungen im Laufgefühl oder eine deutlich nachlassende Stabilität. Die gelaufenen Kilometer allein entscheiden nicht darüber, ob ein Schuh ersetzt werden muss.
Lebensdauer von Laufschuhen – wie lange halten Laufschuhe wirklich?
Laufschuhe richtig reinigen
Nach einem Lauf auf schlammigen Waldwegen oder nassen Trails genügt es meistens, groben Schmutz zu entfernen und die Schuhe bei Bedarf vorsichtig von Hand zu reinigen.
Die Waschmaschine ist für Laufschuhe nicht empfehlenswert. Wasser, Waschmittel und die mechanische Bewegung können Materialien und Klebeverbindungen beanspruchen.
Nach der Reinigung solltest du die Schuhe an einem gut belüfteten Ort trocknen lassen. Die Laufschuhe direkter Hitze auszusetzen, beispielsweise auf einem heissen Heizkörper, ist keine gute Idee.
Laufschuhe reinigen – praktische Tipps zur Reinigung und Trocknung
Durchgescheuerte Fersenkappen reparieren
Ein Loch im Innenfutter der Ferse bedeutet nicht unbedingt, dass du deine Laufschuhe entsorgen musst. Wenn die Sohle und die übrige Schuhkonstruktion noch in gutem Zustand sind, lässt sich eine beschädigte Stelle häufig mit geeignetem Flickmaterial reparieren. So hast du länger Freude an deinen Laufschuhen.
Fersenkappe reparieren – so kannst du deine Laufschuhe länger nutzen
Wie viele Laufschuhe brauchst du?
Wenn du nur gelegentlich läufst, reicht ein gut passendes Paar Laufschuhe meistens aus. Trainierst du mehrmals pro Woche, kann ein zweites Paar praktisch sein.
Du kannst die Schuhe abwechselnd tragen und hast immer ein trockenes Paar zur Verfügung. Ausserdem lassen sich unterschiedliche Modelle gezielt für verschiedene Trainingseinheiten einsetzen.
Beispielsweise kannst du einen komfortablen Trainingsschuh für lockere Dauerläufe und ein leichteres Modell für schnelle Einheiten verwenden. Wer regelmässig im Gelände läuft, profitiert möglicherweise von zusätzlichen Trailrunning-Schuhen.
Eine feste Regel, wie viele Laufschuhe du besitzen solltest, gibt es nicht.
Ich habe mehrere unterschiedliche Laufschuhe zur Auswahl und mag es, spontan zu entscheiden, mit welchem Paar ich das Training absolvieren möchte.
Wie viele Laufschuhe brauche ich? – Vorteile verschiedener Modelle
Laufschuhe für Regen, Schnee und besondere Bedingungen
Wer das ganze Jahr hindurch läuft, kennt die Herausforderungen von nassen Wegen, Schneematsch und winterlichen Temperaturen.
Wasserdichte Laufschuhe
Wasserdichte Laufschuhe mit einer Membran können bei kaltem, nassem Wetter sehr angenehm sein. Bei wärmeren Temperaturen sind luftdurchlässige Modelle häufig komfortabler.
Wasser kann zudem auch bei einem wasserdichten Schuh von oben eindringen. Deshalb lohnt sich ein solches Modell nicht automatisch für jedes Lauftraining im Regen.
Da ich auch über die Wintermonate trainiere, habe ich ein Paar wasserdichte Laufschuhe zur Auswahl. Das ist vor allem dann ein grosser Vorteil, wenn es nass und zusätzlich kalt ist.
Wasserdichte Laufschuhe – wann sind sie sinnvoll?
Mehr Halt auf Schnee und Eis
Auf verschneiten und vereisten Wegen kann die Haftung normaler Laufschuhe schnell an ihre Grenzen kommen. Für geeignete winterliche Untergründe gibt es zusätzliche Gleithilfen, die über die Laufschuhe gezogen werden.
Ich habe beispielsweise Erfahrungen mit Yaktrax Pro gesammelt. Solche Hilfsmittel können den Halt verbessern, bieten aber keine Sicherheit auf jedem Untergrund. Besonders bei blankem Eis oder wechselnden Bedingungen ist Vorsicht nötig.
Yaktrax Pro – meine Erfahrungen mit Laufschuh-Schneeketten
Alle Laufschuh-Ratgeber im Überblick
Du möchtest dich gezielt über ein bestimmtes Thema informieren? Hier findest du die wichtigsten Ratgeber auf Lauftipps.ch:
Auswahl und Laufschuhtechnik
- Laufschuhe kaufen
- Sprengung bei Laufschuhen
- Natural Running
- Lightweight Trainer
- Wettkampflaufschuhe
- Laufschuhe für Trailrunning
Passform und Verwendung
- Laufschuhe richtig schnüren
- Fersenhaltschnürung
- Neue Laufschuhe einlaufen
- Wie viele Laufschuhe brauche ich?
Pflege und besondere Einsatzbereiche
- Lebensdauer von Laufschuhen
- Laufschuhe reinigen
- Durchgescheuerte Fersenkappen reparieren
- Wasserdichte Laufschuhe
- Yaktrax Pro Laufschuh-Schneeketten
Fazit: Der passende Laufschuh muss zu dir passen
Es gibt nicht den einen perfekten Laufschuh für alle. Entscheidend sind eine gute Passform, ein angenehmes Laufgefühl und die Eignung für deine bevorzugten Trainingsstrecken.
Du musst auch nicht jedem neuen Laufschuhtrend folgen. Ein bewährtes Modell, in dem du dich wohlfühlst, kann für deinen Trainingsalltag die beste Wahl sein.
Wenn du neue Schuhe kaufst, nimm dir genügend Zeit für die Auswahl und probiere sie zunächst bei kürzeren Läufen aus. Mit einer passenden Schnürung, etwas Pflege und einem Blick auf den Verschleiss wirst du lange Freude an deinen Laufschuhen haben.
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