Sprengung der Laufschuhe

Sprengung der Laufschuhe: Unter „Sprengung“ bei Laufschuhen wird der Höhenunterschied von der Ferse bis zum Vorfuss bezeichnet. Diese wird durch den Bau des Laufschuhes mit dem Fussbett und der Zwischensohle vorgegeben. Eine Auswahl von Laufschuhen zeigt, dass die Sprengung aktuell zwischen 8 und 11 mm liegt.

Sprengung der Laufschuhe

sprengung der laufschuheImmer wieder wird untersucht und diskutiert, ob die vertechnisierten Laufschuhe gut oder eben weniger gut für den Bewegungsapparat der Läufer und Läuferinnen sind. Es wird geschrieben, dass Laufschuhe mit zu hoher Sprengung Verletzungen provozieren könnten. Auf der anderen Seite wird gewarnt, dass bei der Verwendung von leichten, flachen Schuhen mit geringer oder sogar fehlender Sprengung eine Überlastung oder Verletzung geradezu provoziert wird, weil unsere Füsse nicht mehr daran gewöhnt seien. In beiden Aussagen steckt ein Kern Wahrheit.

Grosse Sprengung nicht für alle Läufer gleich gut

Wer regelmässig läuft, tut sicher gut daran, sich im Fachgeschäft die richtigen Laufschuhe empfehlen zu lassen. Wenn ein Läufer an einem Halbmarathon so stark mit den Füssen nach innen knickt, dass die Fussknöchel dem Boden bedrohlich nahe kommen, dann müssen ganz bestimmt andere Laufschuhe her.

Laufschuhe mit einer grossen Sprengung zwingen den Fuss dazu, wie auf einer kleiner „Rampe“ zu stehen. Wenn dein Fuss mit so einem Laufschuh über die Ferse (Fersenläufer) aufsetzt, so „rollt“ er dynamisch über diese nach vorne und die Konstruktion nimmt viel Aufprallenergie auf. Zudem sorgen Stützsysteme dafür, dass die Pronation nicht zu stark wird.

Eine zu grosse Sprengung kann dazu führen, dass der Sportler mit einer unnatürlichen Laufhaltung unterwegs ist, was zu Knie- und Rückenschmerzen führen kann.

Eine grosse Fersensprengung verhindert eine Vorspannung der Wadenmuskulatur (Barfusslaufen) und kann zu einer Verkürzung dieser Muskulatur führen.

Für Vorfussläufer ist eine hohe Fersensprengung nicht geeignet.

Geringe oder fehlende Sprengung

Natural Running Laufschuhe AsicsAktuell ist das Thema „Natural Running“ in aller Munde. In den letzten Jahren kamen diverse Laufschuhe auf den Markt, die eine sehr geringe oder sogar fehlende Sprengung aufweisen. Die Werbung macht uns vor, wir müssten auch zu diesem „natürlichen Laufen“ finden – und zwar sofort.

„Natural Running“ ist eine gute Sache – aber wie bei vielen Dingen macht es die Menge aus: Wer von einem Tag auf den andern umstellt, wird mit grösster Wahrscheinlichkeit bald im Wartezimmer eines Arztes sitzen. Doch dazu später noch mehr.

Wer mit einem Laufschuh ohne Sprengung läuft, kann damit Verkürzungen der Wadenmuskulatur entgegenwirken und der Wadenmuskulatur die Funktion wieder zurückgeben, die sie eigentlich hat: Mit einer Vorspannung helfen, die Aufprallkräfte zu minimieren.



Wieviel Sprengung braucht ein Läufer?

  • Wenn du mit deinem Laufschuhsortiment beschwerdefrei unterwegs bist, musst du überhaupt nichts ändern. Aber du könntest mit der Wahl von unterschiedlichen Laufschuhkonzepten deinem Bewegungsapparat Abwechslung zukommen lassen. Und die braucht er!
  • Wenn du mit deiner Achillessehne Probleme hast, kann eine höhere Fersensprengung zu Entlastung führen – aber das ist und bleibt nur eine „Symptombekämpfung“.
  • Wenn du immer wieder mit Verletzungen oder Überlastungsbeschwerden zu kämpfen hast, lohnt es sich, die Sprengung deiner Laufschuhe einmal unter die Lupe zu nehmen und Alternativen zu prüfen.
  • Die Sprengung der Laufschuhe ist und bleibt aber immer nur ein kleiner Teil im ganzen System.
  • Kraft- und Stabilitätstraining ist wichtig
  • Lauftechnik und Lauf-ABC gehören in deinen Trainingsalltag
  • Realistische Ziele setzen
  • Den Trainingsumfang moderat steigern
  • Genügend Regeneration und Alternativtraining einbauen
  • Das regelmässige Wechseln verschiedener Laufschuhmodelle ist ebenfalls ein guter Ansatz. Ich empfehle dir, unterschiedliche Modelle zu laufen. Pro Wochentraining ein Laufschuh. Bei drei Trainingseinheiten in der Woche also drei unterschiedliche Laufschuhmodelle.

Umstellung langsam angehen

Ideal ist immer, wenn du mit verschiedenen Laufschuhmodellen läufst. Wenn du bis anhin nur gut gestützte Laufschuhe getragen hast, solltest du dir zur Abwechslung ein leichteres Modell – zum Beispiel ein Lightweight-Trainer – anschaffen. So bringst du Abwechslung in deinen Trainingsalltag, deine Muskulatur wird unterschiedlich gefordert und die Trainingsreize sind abwechslungsreicher. Gehe das aber langsam an: Die weniger gestützten Modelle – zum Beispiel Lightweight-Trainer oder Natural Running-Schuhe wie die Asics33er- Serie – darfst du nicht gleich für Longjogs an deine Füsse schnallen. Teste sie auf kleineren Regenerationsläufen aus oder setze sie für ein intensives (schnelles) Training ein. Achte auf die Signale deines Körpers. Viele Modelle der „Natural-Running“-Linie sind „Trainingsgeräte“.


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Meine persönliche Erfahrungen

neue Laufschuhe einlaufenIch habe schon ganz am Anfang einen sehr flachen und leichten Trainingsschuh, den Puma Cellerator Inhale, gelaufen. Die Verkäuferin fand meine Idee zwar nicht so gut – meine Füsse und mein Bewegungsapparat aber schon. Ich trug die tollen Schuhe auf kürzeren Einheiten und hatte nie Probleme. Inzwischen habe ich mehr leichtere Trainingsschuhe im Sortiment als die gestützten Support-Laufschuhe für die ganz langen Einheiten. Durch regelmässiges Stabilisationstraining mit meinen Balancierbrettern habe ich eine stärkere Fussmuskulatur bekommen, was auf dem Laufband bei der Laufanalyse gut sichtbar war. Aber es braucht halt Geduld – viel Geduld und Zeit.

Ich geniesse es, zwischen unterschiedlich gebauten und mehr oder weniger gedämpften Laufschuhen auszusuchen. Das macht das Training interessanter.

Sprengung einiger Laufschuhmodelle

  • Adidas Energy Boost: 10mm
  • Adidas Supernova ST: 10mm
  • ON Cloudflyer: 7mm
  • Asics Gel Nimus 20: 10mm
  • ASICS LyteRacer TS 7: 8mm
  • Brooks Ghost: 12mm
  • Nike Zoom Pegasus 34: 10mm
  • ASICS Gel DS Trainer 23: 10mm

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