Der will ja nur Spielen – Hundebegegnungen

Der will ja nur spielen! – Warum gerade mit mir? Will ICH denn?

Na ja, ich bin sicher, du kennst das!

Gemäss Laufforen und Umfragen haben die meisten Läuferinnen und Läufer schon gewisse Erfahrungen mit Hundebegegnungen hinter sich, einige von euch werden sogar stolze Besitzerin oder Besitzer eines Hundes sein. Und dieses Läufer-Problem von der anderen Seite kennen.

Ich möchte gleich zu Beginn klar stellen, dass dies keine Kampfansage gegen Hunde oder Hundehalter ist, sondern mehr ein Ruf nach beidseitiger Toleranz.

Meist trainiere ich in ländlichem Gebiet und kann kaum eine Trainingseinheit ohne Hundebegegnung absolvieren. Irgendwie muss ich mich damit arrangieren. Zum Glück hatte ich noch nie eine schmerzhafte Begegnung mit einem Hund, aber es gab schon heikle Situationen. Besonders am Wochenende kann es gut sein, dass ich auf meiner grossen Laufrunde einem Dutzend Hunden oder mehr begegne.

Hundebegegnungen LaBruixa Picabay

Foto: LaBruixa Picabay.com

Mit der Zeit habe ich Erfahrung bekommen, wie ich mich als Läufer zu verhalten habe, damit wir aneinander vorbeikommen: Der Hundehalter oder die Hundehalterin muss mich bemerken, damit er oder sie reagieren kann – wenn er oder sie das überhaupt möchte. Deshalb achte ich darauf, dass mich die Herrchen und Frauchen möglichst früh kommen hören. Die meisten von ihnen, und das muss hier gesagt werden, reagieren vorbildlich und pfeifen ihren Hund zu sich, nehmen ihn kurz an die Leine oder halten ihn am Halsband, bis die Passage vorbei ist.

Ich habe mir angewöhnt, diesen Personen beim vorsichtigen Vorbeilaufen freundlich zu danken. Bei Personen, welche den Hund trotzdem frei laufen lassen, ist meist keine Gefahr für die Läufer vorhanden, weil diese Tiere sich an den laufenden homo sapiens gewöhnt haben. Aber wie findest du das heraus? Wie entscheide ich, ob der Hund meine Beine als Postbote-Waden ansieht, ob er nur mit mir spielen wolle oder ob er sich begnügen würde, mich einfach auf den Boden zu werfen?

Dann muss ich meinen Laufschritt verlangsamen und, wenn’s heikel wird, kurz gehen oder stehen bleiben. So schlimm ist das ja auch nicht. Immer noch besser, als eine schmerzhafte Begegnung zu machen. Gut, bei einem Intervalltraining oder Testlauf kann das einem Läufer oder einer Läuferin schon den Spass verderben. Da wurde ich einmal sehr laut, als ich auf einer 400-Meter-Bahn einer regionalen Sportanlage einen Testlauf absolvierte und eine unverbesserliche Hundehalterin ihr Schatzi frei laufen liess. Letztere konnte meinem Tempo problemlos folgen und hatte es wohl auf meine Waden abgesehen.

Nur die Ruhe kann es bringen…

In einer Broschüre über das Verhalten gegenüber Hunden steht, dass man sich bei Bedrohung durch einen Hund ganz ruhig verhalten solle und wie eine Statue stehen bleiben und – wenn es ganz hart auf hart ginge – sich zu einer Kugel zusammenrollen soll, damit man weniger Angriffsfläche bieten würde. Super!

Der Läufer als Hundenahrung oder Spielzeug?

Interessant aber fand ich, dass der Hund nicht gut sehen soll und von einem vorbeirauschenden Läufer leicht überrascht und erschreckt werden könnte.

  • Darauf achten, dass der Hundehalter und der Hund dich erkennt. Vielleicht kurz schnuppern lassen (der Hund will wissen, mit wem er es zu tun hat).
  • Wenn der Hund laut bellt, stehen bleiben, ihn bestimmt zurechtweisen, aber nicht mit den Händen / Armen herumfuchteln.
  • Dem Hund nicht direkt in die Augen starren.
  • Falls man noch die Ruhe hat, den Halter freundlich darauf aufmerksam machen, dass es einem wohler ist, wenn er den Hund an die Leine nehmen würde.
  • Wenn es brenzlig wird, stehen bleiben, an der Pulsuhr oder am MP3-Player herumfingern. Das kann den heran springenden Hund ablenken, weil du dich mit etwas anderem beschäftigst und dich nicht mit ihm abgibst. Unter Umständen mildert dieser Verhalten eine Angstschweissausschüttung, die für die Hundebegegnung alles andere als wünschenswert ist…
  • Wenn du mit dem Hundehalter oder der Hundehalterin ruhig und sachlich sprichst, wird die positive Reaktion oder Kommunikation das Verhalten des Hundes ebenfalls positiv beeinflussen. Aggression schürt Gegen-Aggression!

Ich traf im Wald einen Hundehalter mit einem kleinen Bodenflitzer an, der sich aufspielte, als wäre er der Chef im Wald (was er im Erziehungsprogramm seines Herrchens auch war). Ich fragte das Herrchen, ob er seinen Hund an die Leine oder zu sich nehmen könnte. Er fand das unnötig und ging nicht darauf ein. Als ich mich umdrehte, um wegzuGEHEN, schnappte der kleine „Waldchef“ noch schnell nach meiner Wade. Ich hätte die Fellkugel in den Wald kicken können…

Sonntaghundemorgen

rennender HundAn einem Sonntagmorgen, es war im Sommer und ich war an der morgendlichen Kühle schon um halb sechs unterwegs, kamen zwei Hunde, welche ich schon kannte, auf mich zu gerannt, versperrten den Weg und bellten mich ungewöhnlich laut an. Weit und breit kein Hundehalter. Nachdem ich mich vom ersten Schreck erholt hatte und zuerst bestimmt, dann freundlich mit den Hunden gesprochen hatte und diese an mir schnuppern konnten, liessen sie mich problemlos passieren.

Ich traf die beiden schon oft wieder an. Sie nahmen von da an überhaupt keine Notiz mehr von mir und liessen mich unbehelligt vorbeirennen.

Nun wünsche ich dir, dass dein Puls durch die Trainingsintensität – und nicht durch eine Hundebegegnung hochschnellt.

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