Tempolauf und Bahntraining der Kenianer

Tempolauf und Bahntraining bei den Kenianern: Anja Prieler erzählt, wie die Kenianer in Iten eine Trainingswoche gestalten und welche Einheiten absolviert werden. In diesem Artikel geht es um den Tempolauf und das Bahntraining in Iten.

Eine Woche Training bei den Kenianern in Iten. Von Anja Prieler.

Tempolauf – das Montags-Training

Das Training am Montag ist – wie kann es anders sein – hart. All die Energie, die sich am Sonntag, dem Ruhetag, aufgestaut hat, darf nun im 70min-Tempolauf rausgelassen werden. Diese Trainingseinheit muss wie ein Wettkampf gelaufen werden. Es sind ja schliesslich auch „nur“ rund 20 km. Da kann es schon passieren, dass sich sogar die Haut der Kenianer weiss färbt: Das Salz des Schweisses kann das Gesicht nach einem solchen Training schon mal blasser wirken lassen. Macht aber nichts, denn zu Hause wartet schon der berühmte Maisbrei „Ugali“, der die Lebensgeister schnell wieder in die müden Körper zurückbringt.

Dienstag: Bahntraining im Kamariny-Stadion

Bahntraining der Kenianer in ItenHeute beginnt das Training etwas später Um 8.30 Uhr steht Bahntraining auf dem Programm. Das hoch gelegene Kamariny-Stadion mit der berühmten von den Engländern erbauten 404m-Aschenbahn kann nicht verfehlt werden, da man schon von Weitem die lauten Laufschritte und das Geräusch der Spikes hören kann.

Kaum das Stadion erreicht, muss du aufpassen, nicht überrannt zu werden. Das könnte bei 400-500 Läufern, die sich hier tummeln, schon mal passieren.


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Du musst laufen, bis du den Schmerz nicht mehr spürst

Tempolauf der Kenianer in ItenDie verschiedenen Gruppen starten im Sekundenrhythmus ihre Intervalltrainings. Das Prinzip dieser Einheiten ist einfach erklärt – die Intervalle müssen schnell, die Pausen kurz sein. Im Kamariny-Stadion gewinnt der Leitsatz der kenianischen Athleten „train hard, win easy“ ganz besonders an Bedeutung: Hier werden Weltmeister geschaffen. Und wer an die Spitze will, der muss schwitzen – der muss leiden. „You must run until you don‘t feel the pain anymore!“ Am Ende ist es das, worum es beim Laufen geht: Wer den Schmerz am längsten erträgt, wird am Ende der Erste sein.

Die Intervalle auf der Bahn haben es in sich. Man schliesst sich einfach irgendeiner Gruppe an – hier ist bestimmt für jeden etwas dabei. An diesem Vormittag begegne ich unzähligen gequälten Gesichtern und erschöpften Körpern, die sich bis zum Ende dazu zwingen, alles zu geben.

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