...weil mit der Zeit deine grosse Laufrunde zur kleinen Laufrunde wird.

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Laufgeschichten mit Max: Wie Max zum Laufen kam

Alle Ähnlichkeiten mit lebenden Personen haben sich diese selber zugeschrieben.


Max - Laufen in der Sommerhitze (13)

Laufen in der Sommerhitze

Der Sommer war ins Land gezogen. Die heissen, trockenen Tage luden zum Badespass ein und Max wusste gar nicht mehr, wie viele Tage diese Hitzeperiode nun schon andauerte.

Der Tag begann wie die vergangenen auch schon begonnen hatten: Die Luft im Haus war trotz der führen Stunde zum Abschneiden. Nur schon das Aufstehen trieb die Schweissperlen auf Max' Stirn. Nach einer erfrischenden Dusche hängte Max sein feuchtes Badetuch ins Freie, damit die Luftfeuchtigkeit im Haus nicht noch weiter ansteigen konnte - wenn das überhaupt noch möglich gewesen wäre. Ein weiterer Hitzetag machte Anstalten, es ins Buch der Rekorde zu schaffen.

Hinter den hohen Tannen des nahe gelegenen Waldes färbte sich der Himmel und kündigte den Aufgang der Sonne an. Und doch war es heute nicht gleich wie an den vergangenen Tagen: Im Westen war tief am Horizont eine dunkle Mauer aus Wolken zu erkennen. Max musterte die Wetter-Erscheinung etwas skeptisch, aber auch erleichtert, dass ein möglicher Sommerregen das Leben doch etwas angenehmer gestalten könnte.

Da es in der Küche, welche gegen Norden gerichtet war, deutlich kühler war als auf dem südlichen Sitzplatz, nahm Max dort sein ausgedehntes Frühstück mit Zeitungslektüre.

Nachdem er kopfschüttelnd eins der vielen Sonntags-Schauermärchen gelesen hatte, vernahm er von Weitem ein leises, aber kräftiges Donnern und war sich sicher, dass der Regenschauer bald sein Dorf erreichen würde.

Gewissenhaft drehte er seine Runde ums Haus und verstaute alle Dinge, die während kräftiger Gewitterturbulenzen "Flügel" bekommen könnten, schloss alle Fenster und kontrollierte die Dachluke.

Kurze Zeit später konnte Max nicht mehr ohne Licht lesen. Die ersten Windstösse drückten die Wipfel der fernen Bäume, Blätter und kleine Ästchen wirbelten mit Papierfetzen aus dem nahen Abfalleimer um die Wette und schon klatschten die ersten grossen Platzregentropfen polternd an die Scheibe. Wenige Minuten später stülpten sich die schweren, dunklen, drohenden Wolken über das Dorf und verwandelten Wege und Strassen mit ihrem entladenen Wasser in kleine Bäche. Die ausgetrockneten Böden vermochten die grossen Wassermassen kaum zu schlucken und die Regenwürmer verliessen in Todesangst ihre Löcher, während Käfer eine rettende Erhöhung suchten.

Max hatte seine Zeitung schon vor ein paar Minuten weggelegt und blickte zufrieden aus dem Fenster. Er freute sich, nach dem Regen in der frisch gewaschenen, sicher kühleren Luft laufen zu gehen.

Und wirklich, nach einer halben Stunde war der Spuk vorbei und Max stand in luftiger Laufmontur vor der Tür. Mit einem tiefen, genüsslichen Atemzug startete er seine Laufrunde.

Laufen im Regen

Die Strassen dampften und glitzerten im Streulicht, welches sich durch die sich lockernde Wolkendecke kämpfte. Die Laufschuhe schmatzten auf dem nassen Laufuntergrund. Ab und zu verirrte sich ein eben noch schebender Wassertropfen auf Max Kopf. Als er in den Waldweg einbog, bemerkte er, dass der sonst hart getrocknete Boden durch die Wassermenge weich wie ein Mossbelag wurde und bei jedem Schritt das aufgesaugte Wasser nach allen Seiten wegspritzte. Die Beine bedeckten sich langsam aber sicher mit Tannennadeln und kleinen Sandkörnchen, sodass diese sich kaum von einem Wiener Schnitzel unterscheiden liessen.

Dafür war die Luft umso angenehmer und Max sog die seit langem wieder einmal reingewaschene Luft so tief ein, als zöge er kräftig an einem Joint. Während er sich auf den ersten Kilometern noch recht Mühe gab, den vielen Pfützen mit einem lockeren Sprung auszuweichen, so gab er mit bald durchnässten Schuhen dieses Vorhaben zu Gunsten eines regelmässigeren Lauftempos auf. Mit der Zeit machte es ihm sogar Spass, mit flachem Fussaufsatz in kleinere Pfützen zu springen, dass das Wasser nur so nach allen Seiten wegspritze.

Bald tropfte es von Max Stirn. Während die letzten Wolkenreste in der starken Sommersonne abtrockneten, fingen die feuchten Strassen an zu dampfen und trugen den einzigartigen Duft nach einem Sommerregen noch eine Weile mit sich.

Fortsetzung folgt in  ... 


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