...weil du vor deinen Bürokolleginnen und -kollegend spielend die Treppen hochrennen kannst.

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Mit Schmerzmitteln trainieren und laufen?

Mit Schmerzmitteln laufen

Es war vor einem der grössten Schweizer Halbmarathonläufe. Der Startzeitpunkt kam näher. Alle bereiteten sich auf den bevorstehenden Lauf vor. Zwei Läufer unterhielten sich. Der eine fragte den anderen: „Hast du es jetzt besser mit deinem Knie?“. Der andere meinte: „Nein, ich habe beim Laufen immer Schmerzen gehabt. Aber jetzt ist es gut.“ Dann wirft er noch nach: „Ich habe jetzt vor dem Lauf Schmerzmittel genommen.“ Das machte mich hellhörig. Für mich und meine Lebensweise wären starke Schmerzen ein klarer Grund, auf einen Halbmarathon zu verzichten. Das würde ich bei jedem Wettkampf, auch über weniger Kilometer, so handhaben. Wie kann jemand, der Sport treibt, über diese wichtigen Signale des Körpers hinweg einen Halbmarathon angehen?

Einige Kolleginnen und Kollegen aus meinem Bekanntenkreis gehen gesundheitliche Probleme gleich mit Medikamenten an und haben Kopfwehtabletten oder weitere Schmerzmittel dabei wie ander Kaugummis und Taschentücher. Da sind Sätze wie „Ich hab heute etwas Kopfweh, dann werf ich halt ein Aspirin ein“ nicht selten.

Schmerzen - Signale des Körpers

Schmerzen sind Signale des Körpers. Und die sollte man doch eigentlich ernst nehmen. Wenn man regelmässig Kopfschmerzen bekommt, könnte man sich mal kundig machen, welche Ursache diese Symptome haben. Ist es eine schlechte Arbeitshaltung vor dem Bildschirm (Verspannung), ein Mangel an Flüssigkeit, ein Anstrengungskopfschmerz nach einer harten Trainingsbelastung, ein Zuviel an Sonne, ein Problem der Augen, eine Entzugserscheinung von Kaffee, ein zu hoher Blutdruck?

Weit weg vom Gefühl für den eigenen Körper

Zurück zum Erlebnis vor dem Halbmarathon: Da läuft also ein Laufkollege, der in der Vorbereitung seines Wettkampfes grosse Schmerzen im Knie bekam, einen Halbmarathon. Die geschluckten Medikamente unterdrücken den Schmerz, welcher durch eine Über- oder Fehlbelastung entstanden ist, und die Belastung geht einfach weiter. Man kann sich ja etwa vorstellen, wie sich so ein Gelenk nach zusätzlichen 21 Wettkampfkilometern im Wettkampftempo anfühlen wird, wenn die Wirkung der Schmerzmittel nachlassen...

Tiefe Hemmschwelle

Medikamente und Lauftraining

Die Hemmschwelle, Aspirin, Ibuprofen und Paracetamol oder andere Medikamente für das Erreichen sportlicher Ziele zu verwenden, ist stark gesunken. Da diese Medikamente zudem frei erhältlich sind, werden sie meist auch als „harmlos“ eingeschätzt. Im Leistungssport wird gedopt was das Zeug hält. Da kann der Läufer aus der unteren Liga seine Leistung auch mit Medikamenten steigern. Es soll sogar Läufer geben, welche für den Marathonlauf prophylaktisch eines der erwähnten Schmerzmittel nehmen, um bei Kilometer 35 nicht einzubrechen.

Langzeitschäden durch Einnahme von Schmerzmitteln

Wer einmal eine Tablette schluckt, wird nichts zu befürchten haben. Regelmässige Einnahme können aber zu Risiken führen: Nieren, Magen und Darm werden durch die Medikamente stark belastet und können angegriffen werden. Im Magen-Darm-Trakt kann es zu Geschwüren kommen, welche wegen der eingenommenen Schmerzmitteln erst spät entdeckt werden.

Leistungsdruck und Versagensängste

Viele Läuferinnen und Läufer haben monatelang auf den grossen Tag trainiert. Da kommt eine Erkältung, eine Grippe oder Schmerzen am Bewegungsapparat völlig ungelegen und macht einen Strich durch die ganze Planung. In einer solchen Situation braucht es Grösse, auf den geplanten Wettkampf zu verzichten und dem Körper die nötige Ruhe zu geben.

Wenn der Läufer dann einen Wettkampf findet, welchen er als Ersatz ein paar Wochen später laufen könnte, ist die Sache schon etwas besser zu verdauen.

Gutes Lauftraining – und bleib sauber!


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