Beste Tageszeit zum Laufen? Diese Frage stellen sich viele Läuferinnen und Läufer – nicht nur Laufeinsteiger. Gibt es wirklich eine optimale Uhrzeit fürs Joggen? Oder ist die beste Tageszeit einfach diejenige, die regelmässig in deinen Alltag passt?
Für mich ist gerade das Schöne am Lauftraining, dass ich es fast jederzeit durchführen kann: Manchmal gehe ich frühmorgens nüchtern raus, manchmal trainiere ich am Vormittag. Oft wird es bei mir aber Abend.
Da ich nach dem Nachtessen eine Pause einlegen muss, bin ich öfters erst um 20 Uhr oder etwas später unterwegs. Im Winter freue ich mich dafür besonders, wenn ich am Nachmittag ein Training bei Tageslicht absolvieren kann.
Kurzantwort: Wann ist die beste Tageszeit zum Laufen?
Die beste Tageszeit zum Laufen ist die Zeit, zu der du regelmässig, erholt und ohne Verdauungsprobleme trainieren kannst. Morgens ist Laufen ideal bei Hitze und für einen freien Kopf, mittags bringt es Abwechslung in den Büroalltag, abends passt es oft am besten in den Tagesplan. Für intensive Trainings solltest du genügend Abstand zur letzten Mahlzeit einplanen und spätabends beachten, dass harte Einheiten das Einschlafen erschweren können.
Inhaltsverzeichnis – beste Tageszeit zum Laufen
- Laufen nach Tagesrhythmus und Alltag
- Lauftraining nach dem Essen
- Spezialfall lange Läufe
- Frühmorgens laufen
- Über Mittag laufen
- Am Abend trainieren
- Wettkampfvorbereitung
- Frühaufsteher oder Abendläufer?
- FAQ
Beste Tageszeit zum Laufen: Dein Alltag entscheidet mit

Der Tagesablauf wird mehr oder weniger eng durch Arbeits-, Essens- und Schlafzeiten bestimmt. Je nachdem, welchen Tagesrhythmus du hast, wirst du bessere oder weniger gute Trainingszeiten finden.
Eine allgemein perfekte Uhrzeit gibt es nicht. Entscheidend ist, dass du dein Training regelmässig durchführen kannst und dich dabei wohlfühlst. Ein Lauf am Morgen bringt wenig, wenn du dich ständig quälen musst. Ein Abendlauf ist ungünstig, wenn du danach lange nicht einschlafen kannst.
Viele Läuferinnen und Läufer erleben am Nachmittag oder frühen Abend eine gute Leistungsfähigkeit, weil der Körper bereits „hochgefahren“ ist. Trotzdem ist das individuell verschieden: Schlaf, Essen, Stress, Temperatur und Gewohnheit beeinflussen stark, wie gut sich ein Lauf anfühlt. Auch der Trainingspuls kann je nach Tageszeit, Erholung und Belastung unterschiedlich ausfallen.
Lauftraining nach dem Essen: Wie lange warten?

Je mehr und je schwerer du gegessen hast, desto länger sollte die Pause danach sein. Nach einem kleinen Imbiss reicht oft eine halbe bis eine Stunde. Nach einem normalen Mittagessen sind eher eineinhalb bis zwei Stunden sinnvoll. Nach einem Festtagsschmaus solltest du noch länger warten, weil sonst beim Training Magen-Darm-Probleme auftreten könnten.
Wichtig ist auch, wie intensiv du trainieren willst. Für harte Intervalltrainings muss die Pause nach dem Essen länger sein. Die Belastung durch eine intensive Trainingseinheit könnte sonst Bauchschmerzen, Seitenstechen oder ein schweres Gefühl auslösen. Wenn du nur einen lockeren Regenerationslauf machst, reicht meistens etwas weniger Zeit.
Spezialfall lange Läufe
Rund eine Stunde vor einem langen Lauf nehme ich keine Kohlenhydrate mehr zu mir. Das gilt auch für kohlenhydratreiche Getränke. Wenn du diese Regel einhältst, kannst du deinen Energiestoffwechsel, besonders den Fettstoffwechsel, gezielt trainieren.
Diese Strategie passt vor allem zu lockeren langen Läufen und erfahrenen Läuferinnen und Läufern. Bei sehr langen Belastungen, Wettkampfsimulationen oder wenn du empfindlich auf Nüchterntraining reagierst, kann eine kleine, gut verträgliche Kohlenhydratmenge sinnvoll sein.
Frühmorgens laufen: guter Start in den Tag

Viele Läuferinnen und Läufer schwören auf das Lauftraining am frühen Morgen. Gerade im Frühling, Sommer und Herbst, aber auch im Winter kann es ein toller Start in den Tag sein, kurz nach dem Aufstehen zu laufen.
Wenn du schon länger trainierst, kannst du vielleicht ohne Frühstück loslaufen, ohne in einen Hungerast zu kommen. Ich trinke nach dem Aufstehen jeweils ein Glas Wasser – und los geht’s. Intensive Intervalle passen meiner Meinung nach nicht ideal in die frühen Morgenstunden, wohl aber in den späteren Vormittag.
Durch das lange Liegen ist die Gelenkflüssigkeit etwas zäher und der Körper unbeweglicher. Starte ein Lauftraining am frühen Morgen deshalb besonders langsam und vorsichtig. Ein lockerer Beginn ist wichtiger als ein schneller erster Kilometer.
Ideal ist ein Lauf am frühen Morgen, weil du danach den ganzen Tag Zeit für Arbeit, Familie und andere Verpflichtungen hast. Du musst nicht mehr um deinen Lauf bangen.
In der heissen Jahreszeit ist es frühmorgens kühler und angenehmer für eine Laufrunde. Wenn du bei hohen Temperaturen trainierst, findest du hier zusätzliche Tipps: Laufen bei Hitze. Auch bei Heuschnupfen und Sport kann die Tageszeit eine Rolle spielen.
Eine Möglichkeit, die immer mehr Läuferinnen und Läufer nutzen: Turnschuhpendler – zur Arbeit und/oder zurücklaufen.
Über Mittag laufen: Training in der Mittagspause

Immer beliebter wird das Laufen während der Mittagspause. Vor allem für Menschen, die den ganzen Tag im Büro sitzen, bringt das eine willkommene Abwechslung. Viele Arbeitgeber bieten am Arbeitsplatz Duschen an. So kannst du dich nach dem Training wieder frisch machen, eine Kleinigkeit essen und bist motiviert und kreativ zurück an deiner Arbeit.
Das nüchtern Laufen und Joggen muss von zwei Seiten betrachtet werden: Es macht wenig Sinn, völlig ausgehungert mit leeren Kohlenhydratspeichern zu trainieren. Kohlenhydrate werden beim Stoffwechsel immer benötigt. Die Fettverbrennung funktioniert nur auf dem Feuer der Kohlenhydrate.
Fehlen Kohlenhydrate komplett, kann es sein, dass der Körper Eiweisse für den Stoffwechsel abzieht. Wenn du aber am Vorabend genügend Kohlenhydrate gegessen hast, kannst du auch ohne Frühstück einen längeren lockeren Lauf machen, weil deine Kohlenhydratspeicher über die Schlafphase nicht vollständig geleert werden. Bei mir funktionierte das aber erst nach einer Trainingsphase mit sehr langen Läufen bis 2.5 Stunden.
Am Abend trainieren: Laufen nach der Arbeit
Wie mir geht es sicher vielen Läuferinnen und Läufern: Zum Lauftraining bleibt oft nur der Abend nach dem Arbeitstag. Für eine kleine Runde vor dem Abendessen reicht es manchmal. Meist sind meine Speicher dann aber leer und der Lauf fühlt sich nicht besonders angenehm an.
Deshalb laufe ich eher eine Stunde oder später nach dem Abendessen. Ich achte darauf, leicht verdauliche Nahrungsmittel zu essen. So ist auch ein Intervalltraining am Abend kein Problem für mich.
Im Sommer ist es am Abend oft etwas kühler und angenehmer für intensive Einheiten. Intensive oder lange Trainings am Abend haben dafür den Nachteil, dass der Körper Stresshormone ausschüttet, welche dich vom Einschlafen abhalten können. Nach intensiven Einheiten muss ich mindestens eineinhalb Stunden einplanen, bevor ich mich ins Bett lege.
Meist dusche ich ausgiebig, mache ein entspannendes Dehnprogramm vor dem Fernseher und lese noch ein wenig. So kann mein Körper wieder herunterfahren.
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Infografik: © Patrick Angst, Grafikdesign
Wettkampfvorbereitung: Trainiere zur Startzeit
Wenn du einen Wettkampf am frühen Vormittag laufen willst, trainiere in den Wochen vor dem grossen Tag möglichst regelmässig zur ähnlichen Zeit. So passt sich dein Körper an die Belastung um diese Uhrzeit an und der Wettkampf fühlt sich nicht mehr ungewohnt an.
Das betrifft nicht nur die Beine, sondern auch Frühstück, Verdauung, Flüssigkeit und mentale Routine. Gerade vor einem 10-km-Lauf, Halbmarathon oder Marathon lohnt es sich, die geplante Wettkampfroutine vorher zu testen.
Passend dazu: Wettkampfvorbereitung und häufige Fehler vor dem Wettkampf.
Frühaufsteher oder Abendläufer?

Jeder Mensch ist unterschiedlich veranlagt: Die einen sind Morgenmuffel, die anderen stehen um halb sechs Uhr schon in Achtung-Stellung neben dem Bett. Welches ist nun die beste Tageszeit zum Laufen?
Wichtig ist, dass du für dich herausfindest, wann deine beste Zeit fürs Lauftraining ist. Probiere auch einmal ungewohnte Zeiten aus. Vielleicht machen sie entgegen deiner Annahme wunderbar Spass.
Am Morgen benötigt dein Körper eine gewisse Anpassungszeit. Durch die Schlafphase ist die Muskulatur weniger beweglich, die Gelenkflüssigkeit etwas zäher. Gehe das Training vorsichtig an. Über die Atmung geht zudem viel Feuchtigkeit verloren. Nach dem Aufstehen ist ein Glas Wasser deshalb eine einfache und gute Gewohnheit.
Wann du also trainieren willst, musst du für dich selber klären. Probiere es mit lockeren Läufen aus. Du wirst bald feststellen, zu welcher Tageszeit du am besten in Form bist. Entdecke den Tag! Carpe diem!
Fazit: Die beste Tageszeit ist die, die du durchziehst
Ob Morgenlauf, Mittagstraining oder Abendlauf: Die beste Tageszeit zum Laufen ist nicht für alle gleich. Für deine Gesundheit und deine Leistungsentwicklung zählt vor allem, dass du regelmässig trainierst, dich gut erholst und dein Training sinnvoll in deinen Alltag einbaust.
Wenn du unsicher bist, teste verschiedene Zeiten mit lockeren Läufen. Beobachte, wann du dich leicht, motiviert und erholt fühlst. Daraus entsteht mit der Zeit deine persönliche beste Laufzeit.
FAQ – häufige Fragen zur besten Tageszeit zum Laufen
Ist morgens oder abends laufen besser?
Beides kann sinnvoll sein. Morgens hast du den Lauf bereits erledigt und profitierst im Sommer von kühleren Temperaturen. Abends ist der Körper oft beweglicher und leistungsbereiter. Entscheidend ist, welche Zeit besser zu deinem Alltag, deinem Schlaf und deiner Verdauung passt.
Ist Joggen direkt nach dem Aufstehen gesund?
Ein lockerer Lauf direkt nach dem Aufstehen kann gut funktionieren, wenn du langsam startest und vorher etwas Wasser trinkst. Intensive Einheiten solltest du am frühen Morgen vorsichtig angehen, weil Muskeln und Gelenke nach dem Schlaf noch nicht vollständig auf Betriebstemperatur sind.
Wie lange sollte ich nach dem Essen mit dem Laufen warten?
Nach einem kleinen Snack reichen oft 30 bis 60 Minuten. Nach einer normalen Mahlzeit sind eher 1.5 bis 2 Stunden sinnvoll. Je intensiver das Training und je schwerer die Mahlzeit, desto länger sollte die Pause sein.
Kann ich nüchtern laufen?
Ja, kurze und lockere Läufe sind für viele Läuferinnen und Läufer auch nüchtern möglich. Für lange oder intensive Trainings solltest du vorsichtig testen, wie dein Körper reagiert. Mehr dazu findest du im Artikel mit leerem Magen laufen.
Stört Laufen am Abend den Schlaf?
Lockere Läufe am Abend stören den Schlaf meistens nicht. Harte Intervalle oder lange Läufe kurz vor dem Zubettgehen können das Einschlafen aber erschweren. Plane nach intensiven Einheiten genügend Zeit zum Duschen, Essen, Dehnen und Herunterfahren ein.
Welche Tageszeit ist bei Hitze am besten zum Laufen?
Bei Hitze ist der frühe Morgen meist am angenehmsten. Auch der spätere Abend kann funktionieren, wenn die Temperaturen gesunken sind. Meide intensive Trainings in der grössten Tageshitze. Weitere Tipps findest du unter Laufen bei Hitze.
Zu welcher Tageszeit ist die Leistungsfähigkeit beim Laufen am höchsten?
Viele Menschen erreichen ihre höchste körperliche Leistungsfähigkeit am späten Nachmittag oder frühen Abend. Allerdings spielen Schlaf, Gewohnheiten, Ernährung und Trainingszustand eine grosse Rolle. Deshalb lohnt es sich, verschiedene Trainingszeiten auszuprobieren.
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